Nr. 5 | Über das Geistige in der Kunst | 28. November 2012

Werkstattgespräch | Alexej Miroschnitshenko, Anna Ernst, Jens Presser 

28. November 2012, 19.00 - 21.00 Uhr

Der Kunstraum Ossastrasse 38 fungiert seit einem Jahr als Atelier und Ausstellungsraum für ein Forschungsprojekt über abstrakte Kunst, das 2011 mithilfe der Kunsthochschule Sint Lucas Antwerpen initiiert wurde.  

Über jeden Künstler in dem Projekt wird ein kurzes Video gedreht, das Reaktionen von Besuchern und Gespräche mit Kritikern zeigt. In 2014 werden alle beteiligten Künstler in einer umfassenden Ausstellung zusammengebracht, in der anhand dieses Video-Materials ein Zugang zu den Kunstwerken ermöglicht wird, der Betrachtende stimulieren kann, intensiver auf die Mechanismen ihrer Wahrnehmung der abstrakten Bildern zu achten. 

Am 28. November werden gleich drei beteiligten Künstler vorgestellt. Über Anna Ernst und Jens Presser, die beide von Juni bis August in die Ossastrasse tätig waren und dort auch ausstellten, werden zwei kurze Videos gezeigt. Alexej Miroschnitshenko, der im Moment im Kunstraum Atelier hält, wird im Gespräch mit Oleg Nikogosjan seine Arbeit erläutern. 

Miroschnitshenko ist ein gläubiger orthodoxer Künstler, dessen abstrakte Zeichnungen und Gemälden auf Geschichten von Russischen Heiligen basieren. Obwohl Anna Ernst sich nicht über konkrete religiöse Inhalte in ihre Arbeiten äussert, mögen ihre monochrome Bilder wohl ebenfalls aus einer Affinität zum Geistlichen entstanden sein. Dagegen zeigte Jens Presser in die Ossastrasse eine Serie von Bilder, die gerade die spirituellen Anfänge der abstrakten Kunst skeptisch kommentiert. 

Die Nebeneinanderstellung dieser drei Positionen dürfte eine interessante Anregung zur tieferen Auseinandersetzung mit abstrakter Kunst im Allgemeinen bieten, und sie ist gleichzeitig ein Test für die Zielsetzungen des Forschungsprojekts. Diese werden nach den individuellen Präsentationen auch kurz erklärt, um auch eine Diskussion über das Projekt selbst zu ermöglichen.


Kunstraum Ossastrasse 38, 12045 Berlin-Neukölln
28. November 2012, 19.00 - 21.00 Uhr